„Wildlife Photographer of the Year“ im Naturkundemuseum
Alle Jahre wieder - immer im November - zeigt das Reutlinger Naturkundemuseum mit dem „Wildlife Photographer of the Year“ die besten Naturfotografien des Jahres. Den weltweit größten und renommiertesten Wettbewerb für Naturfotografie veranstaltet das Londoner Natural History Museum London jedes Jahr. Diesmal wetteiferten Fotografen aus 113 Ländern um den „Oscar“ der Naturfotoszene.
Schon auf der Treppe nach oben werden die Gäste praktisch vom Siegerbild des letzten Jahres empfangen. Fast zehn Jahre lang hatte der Südafrikaner Wim van den Heever gebraucht, um die seltene Schabrackenhyäne vor dem verlassene Gebäude zu fotografieren. Gegen mehr als 60.000 eingereichte Einsendungen hat sich der „Besuch in der Geisterstadt" durchgesetzt und ist gleichzeitig auch der Sieger in der Kategorie „Natur in der Stadt."
Insgesamt gibt es 19 Kategorien. Zum Beispiel die Tierporträts, aber auch für die jungen Naturfotografen gibt es eigene Kategorien und die „Rosa Pose" von Leana Kuster hat es in diesem Jahr aufs Museumsplakat geschafft.
Jedes Jahr ein bisschen wachsen und besser werden. Laut Museumsleiterin Barbara Karwatzki sei das der Anspruch des Wettbewerbs: "Neue Verhaltensweisen von Tieren, die man noch nicht dokumentiert hat oder auch Bildkompositionen. Das ist Anspruch dieses Wettbewerbs, von daher gibt es auch immer eine Weiterentwicklung, und natürlich über die Technik. Es gibt kaum noch jemanden, der mit herkömmlichen Kameras fotografiert. Es ist digitaler geworden".
Ebenfalls in den letzten Jahren immer mehr aufgekommen sind kritische Fotos, die sich zum Beispiel mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzen. Eine Entwicklung, die durchaus etwas bei den Zuschauern auslöst.
"Manche Bilder sind wirklich nicht schön anzuschauen. Aber ich weiß von Rückmeldungen von Besuchern. Wir hatten einmal ein Bild von einer Palmölplantage und einem Elefanten. Das war so eindrücklich, dass dieser Besucher gesagt hat: Ich esse keine Produkte mehr, in denen Palmöl ist. Das ist ja auch schon ein Ergebnis" findet Karwatzki.
Mit 20.000 bis 25.000 Zuschauern rechnet man im Naturkundemuseum in diesem Jahr. Eine Zahl, die – wie die Ausstellung selbst – in den letzten Jahren immer weiter gewachsen ist. Kein Wunder, schließlich ist das Naturkundemuseum schon seit über 20 Jahren eine feste Größe im Ausstellungskalender.
"Es freut uns natürlich, dass wir da mehr oder weniger ein Alleinstellungsmerkmal haben. Es gab in diesen 21 Jahren eigentlich immer nur ein Handvoll Stationen in Deutschland. Mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger und in den letzten Jahren sind noch zwei große Landesmuseen dazu gekommen. Aber wir hier im Süden sind die Einzigen" so Karwatzki.
Beim Eintritt setzt das Naturkundemuseum auf das sogenannte „Pay what you want"-Prinzip. Heißt: Es gibt keinen festen Eintrittspreis. Die Besucher zahlen genau den Betrag, den sie selbst für angemessen halten.
Die Ausstellung „Wildlife Photographer of the Year" ist im Naturkundemuseum – zu den regulären Öffnungszeiten – bis zum 24. Januar 2027 zu sehen.
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