Jubiläum und Fazit von 10 Jahren Sozialraumarbeit
Das innovative Sozialraumkonzept der Gemeinde Lichtenstein feiert dieses Jahr sein zehntes Jubiläum. Der Gedanke dahinter: Präventativ gegen soziale Probleme vorgehen, Mitbürger direkter einbeziehen und Türen für eine bessere Gemeinschaft öffnen. Bei der Jubiläumsfeier am Freitag konnte die Gemeinde hochrangigen Besuchern aus dem Landratsamt Reutlingen ihre Resultate zeigen.
Ein ehemaliges Waschhäusle in Lichtenstein-Unterhausen. Hier ist die Schrauberwerkstatt untergebracht. Kinder und Jugendliche, derzeit hauptsächlich Grundschüler, können hier unter fachmännischer Anleitung ihre handwerklichen Fähigkeiten trainieren. Und sind dadurch sinnvoll beschäftigt und von der Straße unten.
Regine Zweifel vom Sozialraumteam: "Die Schrauberwerkstadt ist tatsächlich durch Klagen entstanden, man kann es nicht anders sagen. Der Rewe-Parkplatz war ein Treffpunkt für Jugendliche, die da natürlich auch abends saßen und vorher noch etwas gekauft haben, waren laut. Und da wohnen Menschen, die das nicht so gut fanden. Und dann waren da (Albrecht) Henes und ich, das ist der Kollege vom Jugendamt, viel unterwegs und haben mit den Jugendlichen gesprochen: Was brauchen Jugendliche? Einen Raum. Und was für einen Raum? Weil es gibt hier ja Jugendräume. Aber das war es nicht. Nicht nur chillen, nicht nur Musik hören. Die wollten was tun. Was sinnvolles."
Aber die Schrauberwerkstatt ist nur eines von zahlreichen Projekten, die aus der Sozialraumarbeit heraus entstanden sind. Da gibt es beispielsweise ein Junge-Mütter-Café, eine Waldgruppe oder ein Repaircafé. Das Sozialraumteam ist eine Kooperation zwischen Gemeinde, Landkreis und Jugendhilfeträger pro juventa, und ihm gelang es Lichtenstein etwas schöner und lebenswerter zu machen.
Regine Zweifel: "Wer durch Lichtenstein fährt, an dieser Straße entlang, wird erstmal denken: Was eine hässliche Gemeinde. Darf man auch glaub ich so sagen, weil das jeder unterschreibt. Wenn man links und rechts weggeht von dieser Straße ist Lichtenstein wunderschön. Und so ist es ganz oft. Dass Dinge wunderschön sind, aber nicht auf den ersten Blick."
Und Aufgabe des Sozialraumteams sei es, die Menschen immer wieder zu fragen, was sie bräuchten, um gut leben zu können, so Regine Zweifel.
Aus Sicht des Landkreis-Vertreters Marius Pawlak ist das Sozialraumteam ein Pilotprojekt, das sich in den vergangenen zehn Jahren bewährt hat.
"Und jetzt ist es eben möglich auf Basis des Erlernten zu sagen, komm, wir weiten das aus und machen das auch in anderen Gemeinden und Städten in unserem Landkreis. (18:37) Und wir haben ja auch in anderen Stadtteilen und Gemeinden das realisiert. In Pliezhausen zum Beispiel, in Bad Urach, in Münsingen und in Orschel-Hagen. Und da sehen wir jetzt auch schon, dass es gut funktioniert", so der Verwaltungsdezernent Marius Pawlak.
Die Gemeinde Lichtenstein stellt für das Sozialraumteam die Räumlichkeiten zur Verfügung. Für den stellvertretenden Bürgermeister Wilfried Schneider eine wichtige Maßnahme zur Prävention. "In einer Gemeinde wie Lichtenstein, so einer kleinen Gemeinde, verschafft diese Besorgung natürlich auch Ruhe, verhindert weitere Probleme. Damit dann im Endeffekt der Aufwand, der hier betrieben wird, ein wesentlich geringerer ist, als mögliche Probleme, die dann später entstehen könnten", so Wilfried Schneider.
Zehn Jahre Sozialraumarbeit in Lichtenstein – eine Erfolgsgeschichte. Da sind sich alle Beteiligten einig.
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