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Reutlingen

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Ava-App vernetzt Menschen mit Behinderungen mit Assistenten

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Behinderung und sind deshalb auf Assistenz angewiesen. Jetzt haben Sie einen wichtigen Termin, aber Ihr Assistent sagt Ihnen kurzfristig ab. Was also tun? Sie müssten herumtelefonieren, bis Sie jemanden gefunden haben, der Zeit hat. Es geht aber auch einfacher. In Österreich gibt es eine App, die Menschen mit Behinderungen mit Assistenten vernetzt, und die will der Landkreis Reutlingen jetzt auch einführen. Am Donnerstag-Nachmittag war Auftakt- und Infoveranstaltung zur Ava-App.

Volles Haus am Donnerstag-Nachmittag im Augustin-Bea-Haus in Reutlingen. Hundertzwanzig Menschen hatten sich zu der Veranstaltung angemeldet; gekommen waren mehr. Das Thema Inklusion bewegt, zumal 43.000 Menschen im Landkreis Reutlingen schwerbehindert sind, wie Landrat Ulrich Fielder bei der Begrüßung sagte. 

Andreas Ausserhofer kommt von der österreichischen Firma Atempo. Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen – mit dem Ziel, Behinderte auf dem ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. "Wir hatten selber das Problem, dass Menschen mit Behinderungen Assistenzausfall gehabt haben und vor allem kurzfristig, nie einen Ersatz gefunden haben, und wir wollten mit der App da eine Abhilfe schaffen. Das war der Grundstein für unsere App", so Ausserhofer.

Die App funktioniert ähnlich wie Social Media. Oder wie eine Online-Partnervermittlung. Menschen mit Behinderungen und Menschen, die Assistenz anbieten, können sich hier registrieren und zunächst per Chat Kontakt knüpfen.

"Das wichtigste ist, dass die Chemie passt über jede digitale Lösung hinweg, und im Endeffekt, wenn sie dann miteinander arbeiten wollen, wenn also ein Assistent im Team eines Assistenznehmers werden will, dann können die bei uns digital zusammengeschaltet werden", sagte Ausserhofer.

So bilden sich Teams, bestehend aus einem Assistenznehmer und mehreren Assistenzgebern. Auch die Terminpläne der Assistenten lassen sich über die App organisieren und innerhalb der Teams einsehen. 

Der Assistenznehmer erstellt jetzt einen Termin und postet ihn ins Team. Der Assistent, der sich zuerst meldet, erhält den Zuschlag. Aber was geschieht, wenn er doch nicht kann und kurzfristig absagt? Dann wird innerhalb des Teams zunächst gefragt, ob jemand anderes kann. Ist dies nicht der Fall, kann der Termin auch außerhalb des Teams an registrierte Assistenten, die in der Nähe wohnen, weitergegeben werden. 

Auch für die Abrechnung am Ende kann die App nützlich sein. "Die Basis für die Abrechnung ist eine sehr genaue Zeiterfassung, die wir anbieten, das heißt, Assistenznehmerinnen bekommen von unserer App minutengenaue Zeitabrechnungen und können damit dann ihre Finanzabrechnungen, also die Lohnbuchhaltung, die Sozialversicherungsabgaben und ähnliche Dinge auf Basis dieser genauen Zeiterfassung dann durchführen", so Ausserhofer.

Die Ava-App ist im Landkreis Reutlingen jetzt eingeführt. Aber die App lebt vom Mitmachen. Nur wenn sich ausreichend Assistenten und Assistenznehmer registrieren, kann sie ihre Vorteile voll ausspielen.

(Zuletzt geändert: Freitag, 27.03.26 - 14:56 Uhr   -   115 mal angesehen)

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