Ist für die Wirtschaft in der Region die Wende in Sicht?
Die IHK Reutlingen hat am Montagvormittag die Ergebnisse der herbstlichen Konjunkturumfrage für die Region vorgestellt. Diese zeigen, trotz bedrohlicher wirtschaftlicher Rahmenfaktoren, einen Trend zum Optimismus. Besonders die Sorgen um den Fachkräftemangel und die Wirtschaftspolitik scheinen zurückzugehen. Die Details:
Ist der lang erhoffte wirtschaftliche Aufschwung endlich da?
Nein – zumindest nicht laut IHK-Präsident Johannes Schwörer. Doch in Sicht soll er jetzt immerhin sein. Auch lokale Unternehmer scheinen diesen Eindruck zu teilen, wie aus der Konjunkturumfrage hervorgeht. Diese zeigt Zahlen, wie sie die Region schon eine Weile nicht mehr erlebt hat.
"Optimismus herrscht wieder mehr im Land oder in der Region Neckar-Alb", erklärt Antonie Gettinger, Leiterin Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftspolitik bei der IHK. "Die Unternehmen sagen, dass sie bessere Geschäfte erwarten in den kommenden zwölf Monaten. Das sind aktuell 24%, die bessere Geschäfte erwarten, und nur noch 20%, die schlechtere Geschäfte erwarten. Das haben wir seit 3 Jahren zum ersten Mal wieder."
Der Hauptgrund, so die Experten: mehr Aufträge, viele von ausländischen Unternehmen, die in Deutschland nach wie vor einen sehr starken Wirtschaftsstandort sehen. Weit mehr, als es Deutsche selbst oft tun.
"In Deutschland kennt man die Probleme, die da sind, und wartet auf die Reformen, die schon oft angekündigt worden sind", meint Schwörer. "Und das macht natürlich unzufrieden, wenn die nicht kommen. Und wenn dann noch zusätzlich Vorschriften dazukommen, dann ärgert das ganz besonders stark. Im Ausland hat man natürlich noch ganz andere Probleme, viel größere als in Deutschland."
Doch trotz eines starken Außenhandels bleibt der Innenhandel schwach. Er hat jetzt den ersten Platz unter den Unternehmersorgen eingenommen und lässt Probleme wie Fachkräftemangel und die Wirtschaftspolitik zurück.
Wo Aufträge aus dem Land kommen, kommen sie oft vom Staat. Öffentliche Investitionen sind heute 20 Prozent höher als 2019. Privatwirtschaftlich sind die Zahlen im Vergleich zum selben Jahr immer noch 10 Prozent niedriger. Und während viele Unternehmen wieder Zukunftshoffnungen haben, sind die Zeiten für den Einzelhandel immer noch sehr schwer.
Der Grund, so Hettinger, liegt beim Budget der Verbraucher. "Das hat natürlich mit Konsumverhalten auch zu tun. Die Menschen sparen ein bisschen mehr und deswegen sind die Auslandsaufträge eher gestiegen. Also die Unternehmen haben grade mehr Exporte, vor allem auch in das Euroland, und weniger Nachfrage aus dem Innenland."Doch generell zeigt sich ein leichter Trend nach oben. Nicht nur in der Stimmungslage, zumindest im Vergleich zum vergangenen Jahr auch in der tatsächlichen Geschäftslage. Zwar mag der Umschwung noch ein Stück entfernt sein, doch können Unternehmen inzwischen die ersten Wellen fühlen.
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