Stadt hält trotz magerer Fördersumme an Konzept fest
Die Stadt Metzingen zieht nach fünf Jahren Bilanz für das vom Land Baden-Württemberg geförderte Programm "Blühflächen und Biodiversitätspfade". Dafür hat die Stadt während der Förderperiode ausgewählte Flächen extensiv bewirtschaftet, um die biologische Vielfalt zu fördern. Die Details:
10 Zentimeter über dem Boden setzen die Klingen von Martin Nagels Mähtraktor an. Der Verzicht auf einen herkömmlichen Mulchmäher schützt Tiere und Pflanzen, da das Grüngut nicht vollständig zerhäckselt wird.
Zur Projektumsetzung erklärt Martin Nagel vom Städtischen Obstbau: "Wir haben fünf Flächen gesucht, die man umstellen konnte, die vorher gemulcht wurden mit einem Schlägelmulcher und bei denen man jetzt halt diese vorgegebene Bewirtschaftungsweise umsetzen könnte."
Das funktioniert laut Nagel, "indem man sie mäht mit dem Messerbalken, oder mit dem Messerbalken am Traktor oder mit dem Balkenmäher und das dann zusammenrecht und das Schnittgut praktisch abfährt von der Fläche."
Insgesamt 0,7 Hektar fassen die fünf extensiv bewirtschafteten Flächen. Vom Land erhielt die Stadt Metzingen dafür schlappe 750€, was laut der Metzinger Umweltbeauftragten Sarah Laib aber nicht der primäre Antrieb für das Projekt war.
"Klar, das war jetzt nicht die Menge an Geld", räumt Laib ein. "Aber für uns auch erstmal ein erster Schritt mal Erfahrungen zu sammeln mit dieser extensiven Pflege."
Trotzdem bringt die naturnahe Pflege seine Vorteile mit: "Im Plus sind wir natürlich nicht rausgekommen, aber das hat natürlich auch Vorteile für die Naherholung von den Bürgern und auch für die Mitarbeiter vom städtischen Obstbau hat es doch auch andere Vorteile gehabt", erklärt die Umweltbeauftragte.
Die Wiesen mit den verschiedenen Blüten sind ansehnlicher, als ein kahlgestutzter Rasen, und auch Martin Nagel gefällt die neue Art der Landschaftspflege: "Der Mähvorgang an sich ist eigentlich sogar angenehmer als vorher mit dem Mulchgerät, weil es nicht so laut ist, weil man weniger Kraftbedarf hat, es nicht so viel staubt."
Ganz unproblematisch verläuft die naturnahe Pflege aber nicht: "Natürlich hat man danach einen deutlichen Mehraufwand mit dem Zusammenrechen und Abräumen", verrät Nagel. Den Mehraufwand müssen die Mitarbeiter vom städtischen Obstbau im Zuge der extensiven Landschaftspflege jedoch nur zweimal im Jahr leisten.
Ein anderes Problem: Das gemulchte Gras konnte die Stadt bisher problemlos an Landwirte als Futter abgeben. Die neue Mähmethode erzeugt ihrerseits aber kein verwertbares Heu. "Wichtig wär halt, dass man jetzt mal Konzepte entwickelt, was man mit dem Schnittgut dann macht von so Flächen, die man vielleicht nicht als Futter verwerten könnte", erklärt Nagel.
"Es wäre aber eine Wiederverwertung in Form von Kompost oder sowas denkbar und da muss man sich überlegen, was man dann macht", so Nagel weiter.
Frei nach dem Motto: "Probleme sind nur dornige Chancen" arbeiten Verantwortliche der Stadt Metzingen an einem Konzept, das auch jenseits des Förderprogramms in die Tat umgesetzt werden soll.
Laut der Umweltbeauftragten Sarah Laib gibt es auch bereits erste Pläne: "In Zukunft wollen wir ein Grünflächen-Pflegekonzept entwickeln, dass wir die vorhandene Pflege quasi erfassen. Und dann auch nach und nach immer mehr Flächen auf extensive Pflege, beziehungsweise naturnahe Pflege umstellen und auch entsprechende Gerätschaften dann kaufen."
Trotz der ein oder anderen Herausforderung scheint das Konzept der extensiven Bewirtschaftung klare Vorteile mitzubringen – und das ganz ohne zusätzliche Fördergelder.
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