Sommertrüffeljagd auf der Schwäbischen Alb
Karl-Heinz Klink ist eine Ikone der regionalen Trüffelszene. Der Händler von Trüffelpflanzen erprobt für seine Kunden erfolgsversprechende Zuchtmethoden auf seinem Gut in Dußlingen. Auch Sommertrüffel-Bäume finden sich zuhauf auf den Äckern von Karl-Heinz Klink. Wie der Sommertrüffel mit der anhaltenden Hitzewelle zurechtkommt, haben wir herausgefunden.
Der dänische Hofhund Kalle buddelt ganz eifrig nach versteckten Bodenschätzen. Nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche befindet sich nämlich eine Sommertrüffel-Knolle. Allerdings ist sie schon mit Schimmel überwachsen und eignet sich laut Karl-Heinz Klink nicht mehr zum Verzehr.
Auch der Sommertrüffel verträgt nur einen bestimmten Grad an Hitze. Die Trockenheit der letzten paar Wochen und Monate war furchtbar für die Ernte, so Klink. "Man hat es ja gerade gesehen beim Suchen: Die gehen von Motten-Kugel-Größe, so einen Zentimeter bis Tischtennisball oder ein bisschen größer. In anderen Jahren waren die Sommertrüffel viel, viel Größer."
Für eine reiche Ausbeute hat es zu wenig geregnet. Auch mit einer künstlichen Bewässerung hat es nicht geklappt. Durch das Wasserentnahmeverbot konnte Klink seine Trüffelpflanzen nicht mit dem Nötigsten versorgen. Während der Fahrt auf sein Gut, erzählte Klink, wie er mit seinem Auto Leitungswasser von zuhause transportieren musste. Allerdings reichte das nur zur Schadensbegrenzung.
Dabei waren im Winter und Frühling die Weichen für einen Sommertrüffel-reichen Sommer eigentlich gestellt: "Ich hab gedacht: Toll, den ganzen Winter ordentlich Regen gehabt, lange kalt, aber nicht zu kalt. Dann habe ich gedacht: Ja, das sieht alles nicht ganz schlecht aus. Aber die brutale Hitze, die wir dieses Jahr hatten – das war ja die größte Hitze, die gemessen worden ist im Frühling und Frühsommer."
Insgesamt sieht Klink die Lage aber nicht als allzu problematisch an. Der Sommertrüffel habe nicht den höchsten Stellenwert. Er sei die unterste Kategorie bei den Trüffeln, die man essen kann, gut für Trüffelpasta, aber nicht viel mehr. Im Einzelhandel erhält man den Sommertrüffel schon ab 30 Cent pro Gramm. Kein Vergleich zum Alba- oder Périgord-Trüffel, die bis zu 8 € pro Gramm kosten können.
Außerdem ist nicht das Geschäft mit den Trüffeln, sondern mit den Trüffelpflanzen Schwerpunkt von Klink – und über das Trüffelpflanzen-Geschäft kann sich der gelernte Fachwirt nicht beschweren: "Jetzt haben es die Leute kapiert, was für eine tolle Gegend die Neckar-Alb-Region – vor allem auf der Alb, am Albtrauf, überall, wo es kalkige Böden hat und lehmige – was für ein toller Standort das ist zum Trüffel anbauen."
Es sei geradezu ein Trüffelboom ausgebrochen, in dem er in der Frühjahrsaison über 1000 Pflanzen mehr verkauft habe als sonst. Also, auch wenn die Sommertrüffel-Ernte nicht wie gewünscht lief, läuft zumindest das Geschäft mit den Trüffelpflanzen. Und im Herbst kommt die Ernte vom Alba-Trüffel. Bei der edelsten aller Trüffelknollen hofft Klink auf eine reiche Ausbeute.
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