Residenzschloss Urach bei Festakt mit Cem Özdemir übergeben
Die Stadt Bad Urach und die staatlichen Schlösser und Gärten haben am Freitag die Neueröffnung des Residenzschlosses Urach gefeiert. Wegen nötiger Renovierungen hatte das Schloss im September 2022 seine Tore schließen müssen. Jetzt, vier Jahre nach Beginn der Renovierungsarbeiten, gingen eben diese Tore mit einem großen Festakt wieder auf. Das zog auch Gäste an, darunter Sohn der Stadt und Ministerpräsident Cem Özdemir.
Der Palmensaal des Residenzschlosses Urach ist zum ersten Mal seit langem voll mit Gästen. Einst war der Raum ein Empfangssaal, den manche hohe Herren über eine Außentreppe zu Ross betraten. Dann wurde er zu einem Jagdsaal, mit Inschriften an den Wänden, die bis heute von herzoglichen Jagden berichten. Auch ein Apartment ist der Saal schon gewesen.
Heute kehrt er zu seinen Ursprüngen zurück und heißt hochrangigen Besuch willkommen, allen voran Cem Özdemir. Wie schon Graf Eberhard „im Bart" ist auch er ein gebürtiger Uracher, der zum Herrschen nach Stuttgart zog. "Unweit von hier ist das Haus, in dem ich groß geworden bin", berichtet der Ministerpräsident. "Und auf dem Weg in die Grundschule, später auf die Realschule, lief ich an dem Schloss hier vorbei."
Später, im Dekanat nebenan, machte Özdemir seine ersten politischen Schritte und besuchte beizeiten die Tochter des Dekans, seine erste feste Freundin. Auch im Schloss ist er damals schon gewesen. Seitdem hat sich vieles verändert. Özdemir könnte das gar nicht vergleichen: "Das sah einfach völlig anders aus. Auch was jetzt alles zugänglich ist, ob die Schlittensammlung oder das herrschaftliche Bett. Es ist schon wirklich sehr beeindruckend."
Bereits vor dem großen Festakt durfte Özdemir bei einer privaten Führung das sanierte Schloss und die neue Ausstellung besichtigen. Diese rückt die Geschichte des Hauses Württemberg in den Mittelpunkt, mit interaktiven Stationen, Hörangeboten und mehr. Das soll einen persönlichen Einblick in die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner erlauben.
Özdemir findet die interaktive Darstellung gelungen: "Was mir gut gefallen hat: Am Eingang, wenn man reinkommt, wird erstmal die Geschichte der Frauen der Grafen erzählt. Früher, in meiner Schulzeit, gabs die gar nicht. Ich kannte die gar nicht. Eine Barbara Gonzaga, von der hatte ich nie was gehört. Aber die war ja eigentlich so wichtig wie der Graf Eberhard 'im Barte'."
Auch am Gebäude selbst hat sich viel verändert. Gut 12,8 Millionen Euro gingen allein in die Baumaßnahmen. Neben neuen Fluchtwegen und verbesserter Barrierefreiheit verstecken sich die meisten Änderungen hinter den Wänden: überarbeitete Elektronik, verbesserter Brandschutz und mehr. Wichtige Änderungen, so Janna Almeida: "Deswegen dürfen wir jetzt wieder Veranstaltungen machen. Dafür war es sehr wichtig, dass wieder große Veranstaltungen wie die herbstlichen Musiktage von der Stadt Urach stattfinden können, oder so schöne Empfänge wie heute Abend oder andere tolle Veranstaltungen."
Der erste große Empfang des renovierten Schlosses endet mit der feierlichen Schlüsselübergabe. Doch die Neueröffnung geht noch weiter. Auch für den Rest des Wochenendes steht das Schloss der Öffentlichkeit offen. Dazu gibt es Führungen und einige Living-History-Darsteller auf dem Schlossgelände, die die Zeitreise durch die Geschichte der Württemberger abrunden.
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