Künstliche Welten bei den IHK Innovationstagen Zollernalb
Virtual Reality, da denken viele an Spiel, Spaß und Simulationen. Doch gerade in der Industrie und in anderen Bereichen der Wirtschaft, kann diese Technologie für Einsparungen von Material und Kosten sorgen. Wie, davon konnten sich die Teilnehmer der Innovationstage Zollernalb der IHK Reutlingen ein ganz konkretes Bild machen. Am Mittwochnachmittag gastierte die Veranstaltungsreihe bei der Firma Interstuhl in Meßstetten-Tieringen.
Einblicke in virtuelle Welten gab es für die Teilnehmer der Innovationstage Zollernalb der IHK Reutlingen. Gastgeber war die Firma Interstuhl. Eigentlich ein Hersteller von Bürostühlen. Doch längst ist man auch hier im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen und verwendet neuartige Technologien wie beispielsweise die 3D-Visualisierung.
"So stellen wir zum Beispiel Software und Dienstleistungen zur Verfügung, um Räume dreidimensional abzuscannen, das dient für die Architekten und Innenarchitekten dazu, dass sie unsere Produkte dann als digitalen Zwilling in diese Räume reinplanen können", so der geschäftsführende Gesellschaft Joachim Link.
Interstuhl gründete sogar die Tochterfirma Intensor, die sich ganz den neuen Technologien der virtuellen Realität verschrieben hat: "Wir erstellen mit Hilfe von Lidar-Scans 3D-Modelle im Bereich Architektur, das heißt, von Gebäuden wie Sporthallen und Industrieanlagen bis hin zu Einfamilienhäusern", sagt Valentin Angst. "Das braucht man immer dann, wenn umgeplant werden soll im Bestand, wenn es keine aktuelle Planungsgrundlage gibt, dann kommen wir zum Zug."
3D-Visualisierung bietet jede Menge Vorteile, sowohl für die Kunden, als auch für Unternehmen, die diese Technologe anwenden oder anbieten. Jonas von Festenberg, Projektmanager Energie bei KEFF+: "Ich denke, das wichtigste ist, dass es für uns Menschen so greifbar ist. Wir sind nun mal über unsere Augen gesteuert und nehmen den Raum dreidimensional wahr. Das heißt, das ist für uns umso greifbarer, wenn wir es dreidimensional haben, und natürlich geht eine ganze Menge verloren, wenn wir es nur zweidimensional auf dem Bildschirm sehen."
Die bessere Anschaulichkeit ist ein Vorteil der 3D-Visualisierung. Aber es geht eben auch darum, Prozesse effizienter zu gestalten und somit produktiver zu werden. "Das ergibt sich tatsächlich an vielen verschiedenen Stellen. Beispielsweise in der Produktion können Sie von Anfang die Produktion so planen, dass Sie Materialersparnisse erzielen können. Indem Sie eben beispielsweise nicht im Vorfeld Dinge aufbauen müssen, sondern von Anfang an eine optimierte Produktion aufbauen", so von Festenberg.
Die Firma Team CMC aus Hechingen und Hülben ist bereits seit zehn Jahren im Bereich Virtual Reality tätig. Sie erstellt mit einem Scanner in kürzester Zeit einen fotorealistischen digitalen Zwilling beispielsweise eines Büroraums.
Andreas Antoniol vom Team CMC: "Also, es funktioniert so: Wir haben zum Beispiel unseren Scanner, der benutzt auch die LIDAR-Technologie, das ist ein Laser, um die Geometrie, auch die Tiefen zu messen, und wir haben Kameras, damit wir hier in diesem Bereich fotometrische Aufnahmen machen können, Bild- und Videomaterial."
Alle diese Daten kommen in eine Punktwolke, und mit dem hauseigenen Programm ViewR können sich Kunden dann das fertige Ergebnis ansehen.
Ganz andere Anwendungen für Virtual Reality präsentierte die Firma Nau-Hau aus Tübingen. Zu den Kunden des Kreativlabors gehört auch das Diözesanmuseum Rottenburg. Benjamin Rudolf: "Hier ging es da drum, dass die Schatzkammer tief unterirdisch aus historischen Gründen nicht renoviert werden durfte und wir somit die Heiligtümer, die dort unten waren hinter dicken Gläsern, 3D-gescannt haben und nun oben im Foyer für alle Personen zugänglich und begreifbar, und man kann sie wirklich in die Hand nehmen und drehen und anschauen und darüber zugänglich machen."
Und für die Firma Thiele erstellte Nau-Hau einen Industrieschmiedehammer-Simulator, mit dem das Industrieunternehmen bei jungen Menschen das Interesse an einer Ausbildung wecken will. Ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie vielfältig die Anwendungen von Virtual Reality sein können.
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