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Erkenbrechtsweiler

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Abgeordnete im Kreuzverhör bei "Politik und Pizza"

Das Format "Politik und Pizza" der Landeszentrale für politische Bildung hat am Freitag Halt im Heidengrabenzentrum in Erkenbrechtsweiler gemacht. Die Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben haben gemeinsam mit der lpb vier Landtagsabgeordnete eingeladen, um sich den Fragen von 135 Schülern zu stellen.

Wie bekommt man Schülerinnen und Schüler dazu, sich aktiv mit politischen Fragen auseinanderzusetzen? Richtig, mit Pizza.

Aber auch abseits der Diskussions- und Fragerunde vor dem Heidengrabenzentrum scheinen sich die Jugendlichen laut der Landtagsabgeordneten Dr. Natalie Pfau-Weller (CDU) aktiv mit politischen Themen zu befassen.

"Es war Bildung, es war Sicherheit, Wirtschaft und Mobilität. Was jetzt noch ein bisschen überraschend ist, sind schon eher die persönlichen Themen wie der Umgang mit Homosexualität beispielsweise. Jetzt auch das Thema Rente, Pflege. Man sieht schon, die Jugendlichen sind super politisch informiert und auch interessiert. Und ich fand es jetzt klasse, dass auch so viele Fragen kamen aus allen unterschiedlichen Richtungen", so Pfau-Weller.

Auch das Bild der politisch verdrossenen Jugend ist laut Thomas Poreski differenzierter zu betrachten. Allerdings sieht Poreski in der politischen Entwicklung neue Gefahren für die junge Wählerschaft. "Die Jugend gab es zu keinem Zeitpunkt. Auch als ich Jugendlicher war oder meine Kinder. Das ändert sich natürlich. Die Zusammensetzung ist immer sehr unterschiedlich", sagt Poreski.

"Was schon sichtbar ist, ist, dass wir eine andere Herausforderung haben, weil die – sage ich mal – totalitäre Versuchung, die gibt's nicht nur bei älteren Menschen, sondern auch bei Jüngeren", gibt Poreski zu bedenken.

Neben den Abgeordneten aus der schwarz-grünen Regierungskoalition haben sich auch Nicolas Fink (SPD) und Stephan Köthe (AfD) den Anliegen der jungen Leute angenommen. Einen Abgeordneten einer in Teilen gesichert rechtsextremen Partei einzuladen, ist für den lpb-Referenten Micha Bröckling Teil seiner Pflicht.

"Wir sind überparteilich. Das heißt, wenn wir so eine Veranstaltung machen, müssen wir alle Parteien auch einladen" erklärt Bröckling. "Wir stehen auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Uns ist wichtig, dass da in diesem Rahmen diskutiert werden kann. Aber alle nicht verbotenen Parteien müssen von uns eingeladen werden", so der Referent der Landeszentrale für politische Bildung.

Köthes Kollege aus dem Esslinger Gemeinderat, Nicolas Fink (SPD), nutzte beim Schlusswort die Möglichkeit, vor der Radikalisierung nach rechts anhand der Beispiele aus Russland und den USA zu warnen. Köthe sei im Laufe seiner politischen Karriere aber ein dickes Fell gewachsen. Die Veranstaltung abzusagen, kam für den AfD-Abgeordneten nicht in Frage.

"Es passiert uns ja andauernd, dass wir angegangen oder beschimpft werden", sagt Köthe über den Gegenwind von seinem SPD-Kollegen. "Aber erstens bin ich es gewohnt und zweitens rede ich gar nicht erst gegen andere Parteien. Ich will mit unseren Ideen eine gute Politik machen. Ich finde, sie sollten auch gute Ideen haben und wenn sie gute Politik machen würden, dann würden sie auch gewählt werden."

Ein herber Seitenhieb gegen die SPD, die bei der letzten Landtagswahl die Hälfte ihrer Stimmen verloren hatte. Als kleiner Sieger der Landtagswahl gilt die CDU mit den meisten Erststimmen. Auch Dr. Natalie Pfau-Weller (CDU) findet, ein offener Diskurs gehört zu einer freiheitlichen Demokratie.

Darüber, dass sie gemeinsam mit einem AfD-Politiker an einer Diskussions- und Fragerunde teilgenommen hat, sagt die CDU-Abgeordnete: "Ich als Politikerin muss mich mit allen unterschiedlichen Positionen auseinandersetzen. Ich muss dann auch aufklären: Was ist meine Position? Insofern war das jetzt nicht unbedingt schlimm oder sowas. Ich fand das jetzt spannend, dass Schülerinnen und Schüler gemerkt haben, wie unterschiedlich wir da ticken und manchmal welche Gemeinsamkeiten wir auch haben."

Eine Gemeinsamkeit war, dass alle vier Abgeordneten auf die Frage, was Baden-Württemberg für sie bedeutet, mit 'Heimat' geantwortet haben.

Eine Gemeinsamkeit war, dass alle vier Abgeordneten auf die Frage, was Baden-Württemberg für sie bedeutet, mit 'Heimat' geantwortet haben.

(Zuletzt geändert: Freitag, 19.06.26 - 17:00 Uhr   -   174 mal angesehen)

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