Narren machen Bürgermeister schwere Vorwürfe
Beim Münsinger Rathaussturm stand Bürgermeister Mike Münzing bereits früh am Pranger.
Nur den Schlüssel hatte der Schultes noch in der Hand. Doch schon zu diesem Zeitpunkt war es nur eine Frage der Zeit, bis er auch diesen los werden sollte. Aber zuvor musste er sich noch die Schmähreden der Narren anhören.
"Ja, das ist das jährliche Los eines Bürgermeisters im württembergischen Schwaben, dass wir an den Pranger gekettet uns anhören müssen, was wir alles falsch gemacht haben im Laufe des Jahres" gab sich Münzing tapfer.
Doch damit nicht genug. Während seine Amtskollegen in den anderen Städten sich bis Aschermittwoch auf die faule Haut legen dürfen, bekam Mike Münzing neue Aufgaben aufs Auge gedrückt.
"Das ärgert mich jetzt maßlos. Eigentlich dachte ich, ich wäre jetzt befreit von der Last der Arbeit, und jetzt wurde mir ein neues Amt übertragen. Zum einen als Badearzt der Kurstadt Münsingen und zum anderen als Narrenkönig für die nächsten Tage" klagte Münzing.
Aber das war noch nicht alles. Denn Mike Münzing muss auch noch eine Narrentaufe über sich ergehen lassen. Ein Glas Schnaps galt es zu trinken, ohne die Hände zu benutzen. Dann kam der Moment, in dem Münzing den Schlüssel heraus rücken sollte. Doch der wehrte sich.
Eine Rathaus-Olympiade mussten die Narren absolvieren. Stempeln und auch das Heftklammern entfernen gehörten dazu, denn wer ins Rathaus will, muss beides können.
Als erste Amtshandlung machten die Narren Mike Münzing dann erst einmal zum Narrenkönig von Münsingen. Und als König Mike von Schwäbisch-Sibirien und von der Narren Gnaden bekam der abgesetzte Schultes am Ende auch noch eine königliche Arbeitsliste. Die gilt es jetzt abzuarbeiten bis Aschermittwoch.
Webradio hören