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Tübingen

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"Schon immer fresh": Mitmach-Ausstellung rückt den Wochenmarkt in den Fokus

Frisches Obst und Gemüse aus der Region: Das gab es auch heute wieder auf dem Tübinger Wochenmarkt. Wie jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag - und das seit mehr als 800 Jahren. Das Stadtmuseum Tübingen hat zu diesem Thema eine Mitmach-Familienausstellung konzipiert: „Schon immer fresh - der Tübinger Wochenmarkt“, heißt sie, und anders als in vielen Ausstellungen anderswo ist hier Anfassen erlaubt und ausdrücklich erwünscht.

Wer schon immer mal einen Korb auf dem Kopf balancieren wollte, der ist hier richtig. Was man heute vor allem aus Afrika kennt, hat es früher tatsächlich auch in Tübingen gegeben. Aber auch im Wiegen können sich die Besucher üben. Ob mit Hohlmaßen, mit Gegengewichten oder wie heute üblich mit der digitalen Waage. Ganz klar: Die Ausstellung „Schon immer fresh – der Tübinger Wochenmarkt" lebt vom Mitmachen – auch bei einer Kugelbahn, die Äpfel von Streuobstwiesen mit solchen aus Südtirol oder Neuseeland vergleicht.

"Man kann natürlich ein bisschen trockener sozusagen die Geschichte erzählen, oder man kann sie zum Anfassen lebendig machen. Und der Markt ist ja auch etwas sehr Sinnliches. Und da wollten wir eben auch eine wirklich sinnliche Ausstellung zu machen", so Museumsleiterin Wiebke Ratzeburg.

Los geht es schon mit dem Warenangebot. Was gab es früher auf dem Markt, was wurde hier nie verkauft? Hier ist Raten angesagt. Mit verblüffenden Ergebnissen, denn die Rolle des Marktes hat sich geändert. Kuratorin Marina Chernykh: "Heute ist er eher von Lebensmitteln geprägt, von landwirtschaftlichen Waren, früher war er ein Alleinversorger der Stadt. Mit allem, was die Stadt gebraucht hat."

Im Anfang war der Tübinger Pfennig. Er wurde im zwölften Jahrhundert in der Münzgasse geprägt. Der Markt war damals am heutigen Holzmarkt angesiedelt. "Der Tübinger Pfennig war die erste Tübinger Währung hier, das heißt, wo gehandelt wurde, wo es eine Währung gab, wo es Geld gab, da gab es auch einen Markt", sagte Chernykh. "Und der ist im 12. Jahrhundert hier nachzuweisen. Also, wir zählen ab dem 12. Jahrhundert unseren ersten Markt."

Seitdem hat sich viel verändert. Heute steht beim Markt das Event, aber auch das bewusste Einkaufen regionaler Spezialitäten im Vordergrund. So widmet sich die Ausstellung auch dem Markt der Gegenwart. Und auf den will das Museum auch neugierig machen. "Der ist ja tatsächlich nur wenige Gehminuten vom Stadtmuseum entfernt", sagt Chernykh, "und für viele ist es aber noch ein Ort, den sie nicht so gut kennen – auch für viele Kinder und Jugendliche -, dass es sich doch lohnt, dahinzugehen und selbst für sich zu entdecken: Was gibt es heute für interessante Waren? Was gibt es für tolle Menschen?"

Und wie soll die Zukunft des Wochenmarkts aussehen? Hier sind kleine Besucher selbst gefragt. Sie können den Buntstift in die Hand nehmen und ihre eigenen Vorschläge zu Papier bringen.

Die Mitmach-Ausstellung „Schon immer fresh – der Tübinger Wochenmarkt" hat bis zum 22. September im Stadtmuseum Tübingen geöffnet.

(Zuletzt geändert: Freitag, 01.03.24 - 15:19 Uhr   -   1374 mal angesehen)

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