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Kreiskliniken Reutlingen

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Zu wenige Betten für Notfälle: Abverlegung von Patienten ohne akutmedizinischen Behandlungsauftrag

Die Kreiskliniken Reutlingen haben ein Problem bei der Weiterversorgung von Patienten nach ihrem stationären Krankenhausaufenthalt. Das gab die Klinik gestern bekannt. Infolgedessen mangelt es vor allem an Betten für akute Notfälle. Deswegen sollen Patienten ohne akutmedizinischen Behandlungsauftrag abverlegt werden. Hierbei hoffen die Kreiskliniken auf die Unterstützung der Angehörigen.

Die Kreiskliniken Reutlingen stehen aktuell vor einer großen Herausforderung. In der Klinik seien in den letzten Wochen wieder zunehmend Patienten stationiert, die keinen akutmedizinischen Behandlungsbedarf mehr haben. Das heißt, ihre Behandlung ist abgeschlossen und sie werden vom Klinikpersonal nur noch nachversorgt bzw. gepflegt. Dadurch stehen allerdings zu wenige Betten für akute Notfälle zur Verfügung.

"Wenn die Behandlung abgeschlossen ist und die Suche nach einem weiterführenden Versorgungsplatz ergebnislos lief, sind wir sind gezwungen die Patienten zur Not ins häusliche Umfeld zu entlassen und an die Angehörigen zu übergeben. Sonst haben wir keine Kapazitäten mehr für unsere eigentliche Kernaufgabe, die akutmedizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis", erklärt Dominik Nusser, der Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen.

Dieser Schritt falle den Kreiskliniken nicht leicht, aber gleichzeitig könnten und wollten sie Notfallpatienten nicht einfach abweisen. Von diesen gebe es jeden Tag zwischen 40 und 50 Stück - vom Schlaganfall bis zum Herzinfarkt. Alle müssten stationär aufgenommen werden und benötigten dementsprechend auch ein Bett.

"Nahezu 10 Prozent der Betten sind von Pflegefällen blockiert. Dadurch entsteht ein enormer Engpass, der auch dazu führt, dass zum Teil Betten im Flur stehen müssen. Auch das Personal ist dadurch einer höheren Belastung ausgesetzt", so Prof. Dr. Friedrich Pühringer, Ärztlicher Direktor der Kreiskliniken Reutlingen.

Ausgenommen von dieser Abverlegung seien Patienten, deren Nachversorgung zu komplex sei für eine Betreuung in den eigenen vier Wänden. Allerdings gebe es genügend Patienten, bei denen dies nicht der Fall ist. Bei einer Abverlegung nach Hause wollen die Kreiskliniken die Angehörigen unterstützen.

"Wir wollen die Leute nicht alleine lassen. Im Bedarfsfall können wir die Angehörigen mit ein paar Tipps und Kniffen unterstützen. So bekommen sie einen ersten Input und wissen, was sie zu Hause alles machen können", so Geschäftsführer Nusser.

Um diese Problematik langfristig zu lösen, sehen die Kreiskliniken auch Handlungsbedarf in der Politik. Vor allem mehr Kurzzeitpflegeplätze würden helfen, um die Weiterversorgung der Patienten zu sichern.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 28.11.23 - 16:51 Uhr   -   1672 mal angesehen)

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