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Reutlingen/Tübingen

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Auch Freitag wieder: Warnstreik der Busfahrer

Durch einen Warnstreik der Busfahrer ist am Donnerstag der Busverkehr in Reutlingen und Tübingen nahezu komplett zum Erliegen gekommen. Lediglich sechs Fahrten zwischen dem Tübinger Hauptbahnhof und den Kliniken fanden statt. Die Busfahrer beider Städte trafen sich gemeinsam mit Kollegen aus Göppingen in Reutlingen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Inzwischen steht fest: Auch am Freitag wird der Busverkehr in Reutlingen und Tübingen bestreikt.

Reutlingen, vor dem Franz.K, kurz nach elf Uhr. Rund zweihundert Streikende haben sich zum Demonstrationszug versammelt – überwiegend Busfahrer, aber auch andere Demonstranten, die ihre Solidarität bekundeten. Die Stimmung bei den Busfahrern: Gereizt. "Der Schuh drückt, uns fehlt das Geld wie überall fast, und wir würden sogar länger hier stehen, auch unbefristet, wenn es sein muss", sagt der Reutlinger Busfahrer Christian Bekavac.

Bereits drei Verhandlungsrunden haben die Gewerkschaft ver.di und der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen WBO schon hinter sich gebracht. Eine Annäherung derzeit nicht in Sicht. Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Busfahrer 500 Euro mehr Lohn.

"Die letzte Verhandlungsrunde war schwierig, weil das, was die Arbeitgeber uns auf den Tisch gelegt haben, im Endeffekt, wenn man es rechnet, einen Nettoverlust im nächsten Jahr geben würde", sagt ver.di-Bezirksgeschäftsführer Benjamin Stein. "Das heißt, auch wenn man eine Inflationsprämie dieses Jahr kriegen würde, dann wäre das tatsächlich ein Nettoverlust nächstes Jahr, weil sie dann noch mal eine Absenkung vornehmen würden. Und das haben die Arbeitgeber sich glaube ich gar nicht deutlich gerechnet, welche Auswirkungen das hat, und das können wir so nicht annehmen."

Vom WBO kommt indes Kritik am zweitägigen Streik. Dieser erfolge ohne Rücksicht auf die Abschlussprüfungen der Schülerschaft. Zudem würden Arbeitnehmer, die nicht in der Gewerkschaft sind, massiv bedrängt. Das belaste die Gespräche, so der WBO.

Unterstützung erhalten die Busfahrer von Fridays for Future und anderen Klimaaktivisten. "Nur wenn wir die Busfahrerinnen und Busfahrer richtig bezahlen und richtig bezahlt werden, kann eine soziale Verkehrswende passieren", sagt Sven Kühler von TO AKT aus Tübingen. "Man fordert mehr Busse, dass immer mehr Leute auf den Bus umsteigen, aber wenn es die Leute nicht gibt, die mit dem Bus fahren, wie soll das dann funktionieren? Geld für Busse ist da, aber eben nicht für die Busfahrerin, das muss sich ändern, Verkehrswende nicht auf dem Rücken der Beschäftigten."

nzwischen müssen sich Pendler auf einen weiteren Streiktag einstellen. Wie am Donnerstag-Mittag bekannt wurde, soll auch am Freitag der Busverkehr bestreikt werden. "Wir gehen davon aus, dass morgen genauso nichts in Reutlingen und Tübingen geht, dass Freitag weiter gestreikt wird", sagt Benjamin Stein. "Wir fahren mit unseren Kolleginnen und Kollegen zur zentralen Kundgebung, aber wir werden die Stadtverkehre in Reutlingen und Tübingen weiter bestreiken."

Am 30. Mai soll eine vierte Verhandlungsrunde stattfinden. Ausgang offen. Die Gewerkschaft ver.di und die Busfahrer sind zu allem entschlossen. Auch zu einem unbefristeten Streik.

(Zuletzt geändert: Freitag, 26.05.23 - 09:51 Uhr   -   1957 mal angesehen)

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