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Betzingen

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Große Tracht ganz klein: Museum "Im Dorf" zeigt Trachtenpuppen

Die farbenfrohe Betzinger Tracht entwickelte sich im 19. Jahrhundert im Königreich Württemberg zu einer Art württembergischer Nationaltracht. Sie ist deshalb weit über die Region hinaus bekannt und diente vielen Künstlern, ob Malern oder Fotografen, als Inspiration. Das Betzinger Museum „Im Dorf“ widmet jetzt dieser Tracht eine Sonderausstellung. Es sind aber nicht Menschen oder Schaufensterpuppen, die diese Tracht tragen sondern kleine Püppchen. Knapp 50 von ihnen tragen die Betzinger Tracht. Dazu kommen Puppen mit Schwarzwälder, bayerischer oder sogar japanischer und mongolischer Tracht.

Es sind wohl die exotischsten Puppen in der neuen Sonderausstellung im Betzinger Museum „Im Dorf": Trachtenpuppen aus Japan und der Mongolei. Ansonsten steht natürlich die Betzinger Tracht im Mittelpunkt. Aber DIE Betzinger Tracht gibt es eigentlich gar nicht. Bis zu sieben verschiedene Trachten hatte die Betzinger Frau damals im Schrank – für jeden Anlass eine.

"Es gibt zum Beispiel Trachten, wo man deutlich dran sehen kann, dass die Leute, die sie tragen, ledig sind oder verheiratet sind oder in Trauer sind", erklärt Kuratorin Elke Munz von der Betzinger Lichterstube, einer Gruppe des Schwäbischen Albvereins, der das Museum bespielt. "Dann gibt es Festtagstrachten, Alltagstrachten, Sondigoabendhäs, als die Kleidung, die man am Sonntagabend getragen hat oder das Besserwerdichhäs."

Trachtenpuppen gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde es dann bei den Bürgern Mode, Trachtenfiguren zu sammeln. Produziert wurden sie von den gleichen Näherinnen, die auch die Originaltrachten anfertigten – originalgetreu und mit den gleichen Stoffen.

In den 1930er Jahren entdeckte die Spielzeugindustrie die Trachtenpuppen. Die Puppenkörper wurden nach ganz Deutschland verschickt und vor Ort mit Originaltrachten eingekleidet – im Gegensatz zu Souvenirpuppen, die in Serie produziert werden.

Die Frauen der Betzinger Lichtstube haben die Trachtenpuppen zusammen getragen. "Manche Puppen sind aus privatem Besitz von uns selbst aus der Lichtstube, wir sind ca. 35 Frauen, jede hat was zu Hause", so Munz. "Ansonsten hat es sich einfach auch herumgesprochen über den Albverein, die Leute sind auf uns zugekommen und haben gesagt: Ich bringe euch meine Puppe, dann dürft ihr die auch ausstellen."

Jetzt bevölkern die Puppen auch die Dauerausstellung und nicht nur den Ausstellungsraum unterm Dach. Dabei werden sie sehr kreativ in die Wohnräume im Erdgeschoss integriert. "Hier unten, im Erdgeschoss ist das Klima eigentlich ein bisschen geschickter wie oben unterm Dach", so Elke Munz. "Das Haus ist sehr alt, das Dach ist nicht isoliert, im Sommer kann es da bis zu 40 Grad und mehr geben, und das ist natürlich für so alte Puppen, die aus empfindlichem Material hergestellt sind und die zum Beispiel Echthaare haben oder auch die Seidenbänder, ist das einfach tödlich."

Aber ein bisschen was gibt es auch unterm Dach zu sehen. So können die Besucher dort auch Barbie und Ken in Betzinger Tracht bewundern. Am Sonntag ist Ausstellungseröffnung, und danach ist die Ausstellung bis zum 29. Oktober jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Museum „Im Dorf" zu sehen.

(Zuletzt geändert: Freitag, 31.03.23 - 15:32 Uhr   -   1539 mal angesehen)

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