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Balingen

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Solidarität und Zusammenhalt: Parteien und Gewerkschaften riefen zu Kundgebung in Balingen auf

Am 27. Januar 2020 tauchte das neuartige Coronavirus COVID-19 zum ersten Mal in Deutschland auf. Gestern waren es genau zwei Jahre. Aus diesem Anlass hat das Aktionsbündnis „Einstehen für Zusammenhalt und Solidarität“ zur Kundgebung in Balingen aufgerufen - mit Anstand, Abstand und Maske. Hinter dem Aktionsbündnis stehen die Kreisverbände von Grünen und SPD im Zollernalbkreis mit Unterstützung von Gewerkschaften und christlichen Pfarrern.

Jede Kerze steht für eine Person, die nicht selbst an der Kundgebung teilnehmen konnte – sei es durch Krankheit, Quarantäne oder aus anderen Gründen. Die Kerzen stehen aber auch für die schweigende Mehrheit. Ihr wollten die Organisatoren der Kundgebung eine Stimme geben. Die Zahl der Menschen, die persönlich auf den Balinger Marktplatz gekommen waren, übersteigt die 200. "Uns war es ganz wichtig, nicht gegen jemanden auf die Straße zu gehen, sondern für etwas auf die Straße zu gehen", sagte Alexander Maute, "und unsere Themen, das ist der Zusammenhalt, das ist die Solidarität gerade in so einer schweren Zeit."

Organisationsteam und Demonstranten distanzierten sich auch von Querdenkertum und Veschwörungsmythen. Sie standen zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen und bekannten sich zu Rechtsstaat, Demokratie und Pressefreiheit. Gegen die Vorstellung, Corona sei nur wie eine Grippe, wandte sich Ute Hettel, die am Zollernalbklinikum arbeitet, mit Berichten aus der täglichen Praxis.

Stadtrat Erwin Feucht von den Balinger Grünen sagte: "Wenn ich Intensivkräfte höre, wenn ich mit Leuten rede oder Personen, die betroffen waren oder Verwandte, Bekannte, Ehepartner hatten, die gestorben sind an diesem Virus und dann ich das Gefühl bekomme: Leute, nehmt das wie eine leichte Grippe, dann macht es mich ärgerlich."

Doch gestern war nicht nur Corona-Jahrestag in Deutschland sondern auch Holocaust-Gedenktag, und so bekam auch das Gedenken an die 6 Millionen während der NS-Zeit ermordeten Juden seinen Raum. Um so unverständlicher und ärgerlicher für die Organisatoren die Holocaust-Verharmlosung von einigen Impfgegnern. Erwin Feucht: "Was mich richtig böse macht oder was wo es bei mir mit der Toleranz aufhört: Wenn ich Impfgegner oder Personen mit Judenstern sehe in der heutigen Zeit und sich als Opfer darstellen: diese Ausnutzungen, dies machen mich wirklich dann wütend."

Spaziergänge und Querdenker-Demos, so der Tenor, müsse eine Demokratie aushalten können. Aber sie müssten sich an Recht und Ordnung halten. Die Organisatoren DIESER Kundgebung wollten der Gegenposition Raum geben: für Solidarität, gegen Spaltung.

(Zuletzt geändert: Freitag, 28.01.22 - 19:14 Uhr   -   1251 mal angesehen)

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