RTF.1 - Radio für die Region Neckar-Alb

Region Neckar-Alb bei Nacht Region Neckar-Alb bei Tag

Webradio hören Winamp, iTunes Windows Media Player Real Player QuickTime

Auswirkungen

Foto: pixabay.com
Corona-Pandemie schlägt Pflegeheimbewohnern aufs Gemüt

In der Corona-Pandemie haben sich Lebensfreude und geistige Fähigkeiten von Seniorenheim-Bewohnern offenbar deutlich verschlechtert. Das ergab eine Studie, für die das Zentrum für Qualität in der Pflege deutschlandweit knapp 2.000 Mitarbeiter von Heimen und ambulanten Diensten befragt hat.

Im Zuge der Pandemie haben sich die gesundheitliche Versorgung und Unterstützung für Pflegebedürftige insbesondere in der stationären Langzeitpflege verschlechtert. Dabei haben viele Bewohner von Pflegeheimen unter anderem an Lebensfreude oder geistigen Fähigkeiten eingebüßt. Zugleich haben sich die psychischen und physischen Belastungen der Pflegenden erheblich erhöht.

Ältere pflegebedürftige Menschen haben ein hohes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken - und daran zu versterben. Entsprechend wurde ein Großteil der in Deutschland mit dem Virus Verstorbenen von einem ambulanten Pflegedienst versorgt oder lebte in einer stationären Pflegeeinrichtung. Etwa 1,8 Millionen pflegebedürftige Menschen im Sinne des Elften Sozialgesetzbuchs werden hierzulande von entsprechenden Anbietern mit ca. 1,2 Millionen Mitarbeitern unterstützt.

Vor diesem Hintergrund weist eine neue Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) darauf hin, wie erheblich die Corona-Pandemie häufig auf der Lebens- und Versorgungssituation pflegebedürftiger Menschen lastet - aber auch in welcher Dimension das Pflegepersonal zusätzlichen Anforderungen ausgesetzt ist. Für die Untersuchung wurden deutschlandweit knapp 2.000 Pflegeexperten aus Pflegeheimen und ambulanten Diensten befragt.

84 Prozent der Befragten in Pflegeheimen schätzten, dass sich dort Stimmung und Lebensfreude oder geistige Fähigkeiten und Orientierung der Bewohner während der Pandemie merklich verschlechtert haben. 61 Prozent beobachteten zudem, dass in ihren Einrichtungen die externe Unterstützung in der Versorgung - beispielsweise durch Therapeuten, Kliniken und Fachärzte oder auch Angehörige - zurückgegangen ist. Von den ambulanten Pflegediensten berichtete dies knapp ein Viertel. Wenn ein Dienst mit mindestens einem Corona-Verdachtsfall bei Mitarbeitern und bei Klienten oder deren Mitbewohnern konfrontiert war, sagten dies sogar 37 Prozent der Pflegeexperten.

"Unsere Studie unterstreicht, dass Gesundheit, Lebensqualität und die dringend erforderliche Unterstützung pflegebedürftiger Menschen in ihrem Alltag durch die Corona-Pandemie teilweise erheblich gefährdet sind," ordnet Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP, die Ergebnisse ein. Dies zeigt sich auch darin, dass 37 Prozent der ambulanten Dienste in der Studie für den dort fraglichen Zeitraum angaben, mindestens eine neue Versorgungsanfrage abgelehnt zu haben. Von diesen Diensten wurden dann im Mittel 8,5 Anfragen abgelehnt. Von den Pflegeheimen berichteten 62 Prozent über einem Aufnahmestopp. Zudem gingen die Besuche für die Bewohner in Einrichtungen drastisch zurück.

Die Studie untermauert darüber hinaus, dass die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals pandemiebedingt weiter zugenommen hat. 40 Prozent der Befragten aus ambulanten Pflegediensten beschrieben eine Zunahme der körperlichen Belastung, 58 Prozent der psychischen Belastung. Aus den Pflegeheimen berichteten dies 39 Prozent bzw. 65 Prozent der Befragten. Grund für die Mehrbelastung in der stationären Pflege seien zusätzliche Aufgaben, die im Zuge der Pandemie angefallen seien.

So gab mehr als die Hälfte der Befragten an, dass der Arbeitsaufwand deutlich gestiegen sei. Damit dürfte es vielfach erheblich schwieriger geworden sein, gute Pflege zu erbringen. Suhr dazu: "Die Arbeitssituation in der Langzeitpflege war schon vor der Pandemie in vielen Organisationen äußerst angespannt. Es ist sehr bemerkenswert, was vor diesem Hintergrund in vielen Einrichtungen und Diensten geleistet wird. Aber die Lage ist derzeit absolut alarmierend."

Hoffnung mache die angelaufene Impfkampagne: "Derzeit besteht die Erwartung, dass sich die Lage durch die vorrangige Immunisierung von älteren Menschen - insbesondere in Pflegeheimen - in den nächsten Monaten etwas entspannt. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass auch das Gesundheitspersonal von der Möglichkeit einer raschen Impfung Gebrauch macht."

Mittwoch, 11. März 2020
14:05 Corona: Streit um sofortige Schul-Schließungen bis Ostern: Kultusministerium widerspricht Philologenverband
11.03.2020. Die Schulen in Baden-Württemberg sollen sofort und bis zu den Osterferien geschlossen werden. Das fordert der Philologenverband BW vom Kultusmisterium. Das sei notwendig, um den Corona-Ausbruch einzudämmen. Kultusministerin Eisenmann und Gesundheitsminister Lucha weisten die Forderung strikt zurück. Lesen Sie hier, wieso. [Weiterlesen]
Schule, lernen
Dienstag, 10. März 2020
17:56 IHK schaltet Corona-Hotline für Unternehmen
Die IHK Reutlingen hat diese Woche eine Corona Hotline für Unternehmen eingerichtet. [Weiterlesen]
Unternehmen

17:36 Landrat Reumann informiert - Fünf bestätigte Coronafälle
Nun hat es auch den Landkreis Reutlingen erwischt - heute meldete das Landratsamt Reutlingen gleich fünf bestätigte Corona-Fälle. Ein 65-jähriger Mann aus Grafenberg hatte noch am Freitag und am Montag eine Arztpraxis besucht, bevor er gestern dann positiv auf Covid 19 getestet wurde. [Weiterlesen]
Corona-Virus

Nächste 20 Einträge anzeigen >>
(Zuletzt geändert: Dienstag, 30.11.21 - 23:31 Uhr   -   25535 mal angesehen)

Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: ?
Markierungsarbeiten für Rad- und Busverkehr Ab kommenden Dienstag bis voraussichtlich Freitag bringt das Tiefbauamt der Stadt Reutlingen verschiedene Fahrbahnmarkierungen an.
Foto: Pixabay
Spende für Elterninitiative herzkranker Kinder Bei einer Clubnacht für den guten Zweck in der Kulturfabrik Zollernalb in Albstadt sind 6.500 Euro zusammen gekommen.
Foto: RTF.1
Jugendguides führen Interessierte durch die Gedenkstätte Jugendguides führen am Sonntag, den 12. April durch die Gedenkstätte Grafeneck.

Weitere Meldungen