RTF.1 - Radio für die Region Neckar-Alb

Region Neckar-Alb bei Nacht Region Neckar-Alb bei Tag

Webradio hören Winamp, iTunes Windows Media Player Real Player QuickTime

Corona-Check

Foto: RTF.1
Öffentliches Fiebermessen aus Expertensicht unzulässig

Fiebermessen an Eingängen von Geschäften und Betrieben als Corona-Schnellcheck - wie bei den Apple-Stores - ist aus Sicht von Prof. Peter Wedde unzulässig. Er ist Datenschutz- und Arbeitsrechtexperte der Frankfurt University of Applied Sciences.

Der Schutz vor Neuinfektionen durch das Covid-19-Virus ist nach der Lockerung der staatlich verfügten Einschränkungen eine wichtige Aufgabe. Doch manches Vorgehen erscheint zweifelhaft. Umstritten ist derzeit das standardmäßige Fiebermessen an den Eingängen von Geschäften oder Betrieben. An den Türen der Apple-Stores zum Beispiel wurde zum Start der Wiedereröffnung die Körpertemperatur der Kundschaft gemessen. In der Arbeitswelt denken Unternehmen darüber nach, an den Werkstoren Wärmebildkameras für automatische Temperaturmessungen ihrer Beschäftigten einzusetzen. Wer durch überhöhte Körpertemperatur auffällt, muss draußen bleiben. Was in diesem Kontext rechtlich zulässig ist, erläutert der Arbeitsrechtler und Datenschutzexperte Prof. Dr. Peter Wedde von der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

„Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist die individuelle Körpertemperatur ein herausragend geschütztes Gesundheitsdatum, dessen Verarbeitung nach Art. 9 Abs. 1 der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) grundsätzlich untersagt ist", stellt Wedde klar. Zur unzulässigen Verarbeitung gehört auch schon die Erhebung von Gesundheitsinformationen. „Damit wäre es ein Datenschutzverstoß, wenn Mitarbeitende eines Geschäfts am Eingang per ,Fiebermesspistole' die Körpertemperatur der Kundschaft ermitteln oder wenn dies automatisiert mittels einer Wärmebildkamera geschieht", so Wedde. Zwar kann dieses gesetzliche Verarbeitungsverbot durch eine ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen aufgehoben werden. Diese muss aber freiwillig sein und kann jederzeit widerrufen werden. Wedde: „Wer ohne ein ,Ja zum Fiebermessen' riskiert, an der Ladentür abgewiesen zu werden, der handelt nicht freiwillig, sondern unter Zwang."

Auch die in der DSGVO genannten Ausnahmetatbestände – für Zwecke der Gesundheitsvorsorge, der Arbeitsmedizin oder zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschäftigten – rechtfertigen das Fiebermessen vor Geschäften oder Betrieben nicht. Eine Verarbeitung für diese Zwecke außerhalb einer Arztpraxis setzt eine gesetzliche Regelung voraus. Eine einschlägige Erlaubnis für „Vorratsfiebermessungen" von Bürgerinnen und Bürgern sowie Beschäftigten gibt es in Deutschland nicht. „Zudem setzen diese Erhebungen die Verarbeitung unter Verantwortung von medizinischem Fachpersonal voraus, zu denen beispielsweise Verkäuferinnen und Verkäufer oder Beschäftigte von Sicherheitsdiensten nicht gehören", so Wedde. „Gleiches gilt für ein öffentliches Interesses im Bereich der Gesundheit, das die DSGVO als weiteren Ausnahmefall nennt. Dies würde aber ebenfalls eine einschlägige Erlaubnis voraussetzen, beispielsweise im Rahmen des Infektionsschutzrechts."

Bei der Diskussion darüber, ob eine standardmäßige Erhebung der Körpertemperatur zulässig ist, muss laut Wedde bedacht werden, dass eine Infektion mit dem Corona-Virus auch durch symptomfreie Personen ausgelöst werden kann. „Fiebermessen nützt dann gar nichts." Zudem gebe es wirksame Schutzmaßnahmen wie die Verpflichtung zum Tragen von Gesichtsmasken oder Handschuhen sowie das ausreichende Angebot an Waschgelegenheiten oder Desinfektionsmitteln. „Die anlasslose Messung der Körpertemperatur scheidet angesichts dieser Alternativen als unverhältnismäßig aus."

Dies gilt auch für die Arbeitswelt. Allerdings gibt es dort datenschutzrechtliche Besonderheiten, festgelegt im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Nach § 26 Abs. 2 BDSG sind individuelle Einwilligungen nur wirksam, wenn sie schriftlich und freiwillig erfolgt sind. Bedeutsam ist, dass für die Freiwilligkeit einer Einwilligung von Beschäftigten wegen des Abhängigkeitsverhältnisses erhöhte Anforderungen gelten. „Freiwilligkeit setzt die Erlangung eines wirtschaftlichen oder rechtlichen Vorteils oder gleichgelagerte Interessen von Beschäftigten und Arbeitgebern voraus", erläutert der Jurist.

Gesundheitsdaten von Beschäftigten zu verarbeiten, gestattet das BDSG zur Erfüllung von rechtlichen Pflichten wie dem Arbeits- und Gesundheitsschutz. „Allerdings muss eine solche Verarbeitung verhältnismäßig sein. Dies setzt voraus, dass Arbeitgebern keine Alternative zur Verfügung steht, die weniger weit in die schutzwürdigen Interessen der Beschäftigten eingreift", macht Wedde deutlich. „Lassen sich Ansteckungen auch durch individuelle Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Gesichtsmasken oder durch organisatorische Maßnahmen wie die Entzerrung von Schichten oder Arbeitsprozessen erreichen, müssen Temperaturmessungen unterbleiben. Gegen das Fiebermessen spricht zudem, dass eine ansteckende Erkrankung nicht zwingend mit erhöhter Körpertemperatur einhergeht."

Sollen in Betrieben nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit dennoch automatisierte Fiebermessungen durchgeführt werden, müssen die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte beachtet werden. Diese bestehen laut Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) unter anderem für betriebliche Regelungen zum Gesundheitsschutz im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Unfallverhütungsvorschriften. Beim Abschluss betrieblicher Vereinbarungen zum Thema „Fiebermessungen" müssen Arbeitgeber und Betriebsrat die freie Entfaltung der Persönlichkeit der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützen und fördern. Der Arbeitsrechtler betont: „Dieses allgemeine kollektivrechtliche Schutzziel steht der pauschalen Erhebung von Gesundheitsdaten trotz vorhandener Alternativen grundsätzlich entgegen."

Donnerstag, 29. Oktober 2020
11:36 Deutscher Städtetag hält Corona-Maßnahmen für richtig
Der Deutsche Städtetag begrüßt die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie: "Besser, jetzt entschlossen zu handeln, als später mit Versäumnissen zu hadern". [Weiterlesen]
Mittwoch, 28. Oktober 2020
18:32 Einmonatiger teilweiser Lockdown beschlossen - Gastro zu, Schulen offen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf einen teilweisen Lockdown ab Montag verständigt. Einen Monat lang soll er dauern. Was geschlossen wird, was offen bleibt: [Weiterlesen]

13:04 "Das Aus für tausende Betriebe" - Zweiter Lockdown: Händler befürchten drastische Umsatzeinbußen
.Angesichts eines drohenden erneuten Lockdowns befürchten viele Händler im Südwesten drastische Umsatzeinbußen in den kommenden Wochen vor Weihnachten. „Jegliche Einschränkungen, auch Flächenbegrenzungen in diesem für die Händler extrem wichtigen Vorweihnachtsgeschäft, wird für tausende Betriebe - auch für gesunde mittelständische das Aus bedeuten“, sagt der Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), Hermann Hutter: „Jegliche Beschränkungen im Einzelhandel vor Weihnachten bedeutet das Aus für tausende Betriebe, auch für gesunde, mittelständische Händler“ [Weiterlesen]

12:58 "Lasst die Bäder offen" - Protest gegen geplanten Corona-Lockdown:
In einem Schreiben an die Regierenden der Länder setzt sich die European Waterpark Association (EWA) als Verband der europäischen Freizeitbäder und Thermen für eine differenziertere Betrachtung bei der Diskussion um einen möglichen zweiten Lockdown ein. Es gebe keinen Grund, öffentliche Bäder als Orte mit einem höheren Infektionsrisiko und zu betrachten und etwa auf eine Stufe mit Kneipen und Bars zu stellen. Die Erfahrungen während des Betriebs unter Pandemiebedingungen hätten das Gegenteil bewiesen: [Weiterlesen]

02:36 Harter Corona-Lockdown-Plan vom 04. bis 30. November: Vieles muss schließen, Einzelhandel wird verschont
In der Nacht zum Mittwoch sind die Bundes-Pläne für den zweiten Lockdown bekannt geworden: Er soll vom 04. bis 30. November 2020 gelten. Die Ministerpräsidenten müssen noch zustimmen. Schließen müssten demnach: Theater, Oper, Konzerthäuser, Sportanlagen, Fitnesstudios, Körperpflege, Schwimmbäder, Freizeitparks, Messen. Touristische Übernachtungen werden verboten. Gastronomie darf nur noch Abholservice anbieten. Einzelhandel bleibt unter Auflagen verschont. Friseure und Physiotherapie bleiben erlaubt. Schulen und Kitas bleiben offen - und werden besser geschützt. Nur noch Mitglieder zweier Haushalte dürfen sich treffen. [Weiterlesen]
Dienstag, 27. Oktober 2020
18:51 "In 28 Tagen sind alle Intensivbetten belegt!" - Kassenärztliche Vereinigung warnt vor Kollaps
Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor einem Kollaps des deutschen Gesundheitssystems: Eine Modellrechnung habe ergeben, dass in 28 Tagen alle Intensivbetten in Deutschland belegt sind. In Tübingen sind heute bereits 90 % aller Intensivbetten belegt. In Reutlingen sind 72 % belegt. Im Zollernalbkreis sind 79% belegt. Derzeit werden in der Region 4 Covid19-Patienten beatmet. Insgesamt verfügt die Region Neckar-Alb noch über 34 freie Intensivbetten. [Weiterlesen]

09:28 IHK Stuttgart warnt vor Lockdown - "Verheerende Folgen"
Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart Marjoke Breuning warnt vor weiteren schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für viele der rund 160.000 IHK-Mitgliedsbetriebe in der Region Stuttgart, sollte sich ein neuer Lockdown wie im Frühjahr dieses Jahres nicht vermeiden lassen. [Weiterlesen]

08:40 SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert "Teil-Shutdown"
Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen bundesweiten Teil-Shutdown "für eine begrenzte Zeit". Mit offenen Schulen, aber geschlossenen Lokalen. Die Menschen seien zu sorglos. [Weiterlesen]

08:19 Weniger Verkehrsunfälle in der Corona-Krise
Lockdown, Homeoffice und Kontaktbeschränkungen haben die Mobilität verändert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind deutlich weniger Unfälle passiert. [Weiterlesen]
Montag, 26. Oktober 2020
14:39 Beschäftigte eines Ulmer Schlachthofs in Quarantäne
In Münsingen befinden sich derzeit Elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Ulmer Schlachthofs in Quarantäne. [Weiterlesen]
Sonntag, 25. Oktober 2020
10:54 Maskenpflicht im Schulunterricht bleibt
Der Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag, gegen die Pflicht im Schulunterricht eine Maske zu tragen, abgelehnt. [Weiterlesen]

10:46 Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt Tübingen
Das Gesundheitsamt Tübingen bekommt in der kommenden Woche Unterstützung von der Bundeswehr. Die Soldaten sollen bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten helfen. [Weiterlesen]
Samstag, 24. Oktober 2020
21:50 "Für Pflegekräfte eine Zumutung" - DIVI kritisiert Youtube-Kampagne des Bundesfamilienministeriums
"Deutschlands Intensivpfleger sind bestürzt über die neue Youtube-Kampagne des Bundesfamilienministeriums" - schreibt die Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in einer Presse-Info. Der Grund: Die fünfteilige Webserie „Ehrenpflegas" soll die Pflegeausbildung attraktiv darstellen. Zukünftige Pfleger würden aber teilweise absurd dargestellt. „Tatsächlich repräsentieren diese Videos weder den Arbeitsalltag eines Pflegenden, noch die Professionalität oder die Werte, für die die professionelle Pflege steht. Für ausgebildete und professionell arbeitende Pflegekräfte ist diese Miniserie eine Zumutung", so die DIVI. [Weiterlesen]

10:55 Medizinstudenten sollen sich melden: Aufruf zur Hilfe in Gesundheitsämtern
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat Studierende der Medizin und verwandter Fächer dazu aufgerufen, die Gesundheitsämter beim Kampf gegen die Corona-Pandemie zu unterstützen. [Weiterlesen]

10:54 CureVac Chef rechnet weiterhin 2021 mit Corona-Impfstoff
Der Chef des Pharmaunternehmens CureVac aus Tübingen, Franz-Werner Haas, rechnet weiterhin im ersten Halbjahr 2021 mit einem Corona-Impfstoff seiner Firma. [Weiterlesen]
Donnerstag, 22. Oktober 2020
05:54 Kassenärzte-Chef erwartet Corona-Einschränkungen bis weit ins nächste Jahr
Der Chef der Kassenärzte, Andreas Gassen, geht davon aus, dass Corona noch lange den Alltag in Deutschland bestimmen wird und "Teil der Lebensrealität" wird. [Weiterlesen]

05:49 Schnelltest-Strategie für Pflegeheime als "Mogelpackung" kritisiert
Patientenschützer haben die angekündigten Schnelltests für Pflege- und Altenheime als völlig unzureichend kritisiert. Die Test-Kontingente seien viel zu niedrig. [Weiterlesen]

05:45 Einheitliche Corona-Regeln für Pflegeheime geplant - ohne Isolation
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung will für einheitliche Corona-Regeln in Deutschlands Pflegeheimen sorgen. Eine Isolation der Bewohner soll es nicht nochmal geben. [Weiterlesen]
Mittwoch, 21. Oktober 2020
17:53 Jens Spahn hat Corona - Bundesgesundheitsminister in Quarantäne
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Corona. Das wurde am heutigen Nachmittag bekannt. Wenige Stunden nach den Auftreten von Symptomen lag demnach ein positives Testergebnis vor. [Weiterlesen]
Dienstag, 20. Oktober 2020
16:14 Kretschmann und Lucha zu weiteren Strategien in der Corona-Pandemie
Seit Montag ist für das ganze Land Pandemiestufe 3 und damit die höchste beschlossene Stufe ausgerufen worden. Doch was kommt eigentlich danach? Ministerpräsident Kretschmann und Gesundheitsminister Lucha sprachen heute bei der Regierungspressekonferenz in Stuttgart über mögliche weitere Maßnahmen, aber auch über Themen wie Vor- und Nachteile des Föderalismus in Deutschland in Pandemie-Zeiten. [Weiterlesen]

Nächste 20 Einträge anzeigen >>
(Zuletzt geändert: Donnerstag, 21.05.20 - 14:17 Uhr   -   21803 mal angesehen)

Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: pixabay.com
Iran und USA einigen sich auf vorläufige Waffenruhe - Ölpreis sinkt Kurz vor Ablauf des US-Ultimatums einigten sich Washington und Teheran auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Der Ölpreis sank daraufhin stark.
Foto: RTF.1
Anmeldung läuft: Im Oktober ist Gewerbe- und Industrieschau Derzeit läuft die Anmeldephase für die Metzinger Gewerbe- und Industrieschau mit Azubi-Tag.
Foto: RTF.1
Das 64. Betzinger Eierschießen Zum 64. Mal wurde in Betzingen am Ostermontag beim Eierschießen nicht auf Eier, sondern um Eier geschossen.

Weitere Meldungen