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Baden-Württemberg

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Streit um Schul-Schließungen wegen Corona: Ministerien widersprechen Philologenverband

11.03.2020. Die Schulen in Baden-Württemberg sollen sofort und bis zu den Osterferien geschlossen werden. Das fordert der Philologenverband BW vom Kultusmisterium. Das sei notwendig, um den Corona-Ausbruch einzudämmen. Gesundheitsminister Lucha weist die Forderung strikt zurück. Lesen Sie hier, wieso.

 


+++ update +++ Lesen Sie hier die allerneueste Entwicklung: Streit um Schulschließung ist  entschieden: Schulen werden bis Ostern geschlossen werden. Das hat der Ministerrat der Landesregierung heute (13.03.20) auf  einer Sonderkabinettsitzung beschlossen.  +++ update +++



 

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) fordert die sofortige präventive Schließung aller Schulen bis zu den Osterferien. Dies sei zur Eindämmung der Corona-Epidemie notwendig. In einer Presseinfo heißt es:

"Der renommierte Virologe Alexander Kekulé forderte laut Medienberichten schon vor etwa einer Woche mehrwöchige Schulschließungen. Aufgrund der dramatischen Entwicklung der letzten Tage gerade in Baden-Württemberg, wo sich die Anzahl der Corona-Infizierten alle zwei Tage verdoppelt hat, sieht der PhV BW die Sorgen des Virologen bestätigt und fordert zur Vermeidung einer Pandemie die Schließung aller Schulen Baden-Württembergs bis zum 3. April 2020, d. h. bis zu den Osterferien."

Das Coronavirus breite sich derzeit anscheinend ungebremst und mit einer sehr hohen Ansteckungsrate aus: Die Zahl der Infizierten wachse in Baden-Württemberg derzeit exponentiell mit einer Verdopplung etwa alle zwei Tage: "Wenn nicht sofort drastische Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet werden, könnten in drei Wochen in Baden-Württemberg Zehntausende infiziert sein", warnt der Philologenverband.

Weiter heißt es: "Das Kultusministerium hatte eigentlich klare Vorgaben für den Umgang der Schulen mit der Corona-Situation gemacht, die Entscheidung in Zweifelsfällen aber den Gesundheitsämtern überlassen."

Diese würden nun aber völlig uneinheitlich handeln, "sodass z. B. Schulen, deren Einzugsgebiet mehr als einen Landkreis umfasst, mit unterschiedlichen Anweisungen zweier Gesundheitsämter konfrontiert werden."

Außerdem könnten die Schulen, argumentiert der Verband, "nicht wirksam überprüfen, ob Schüler in den Faschingsferien in Risikogebieten waren – z.B. im Ski-Urlaub in Südtirol. Zudem kamen die entsprechenden Anweisungen des KM erst Tage nach dem Ende der Ferien, da das Robert-Koch-Institut Südtirol erst am 05.03.2020 als Risikogebiet einstufte."

Es müssten jetzt mit wirksamen Maßnahmen flächendeckend vorgesorgt werden, um die Infektionsketten zu unterbrechen, fordert der Verband:  "Baden-Württembergs Gesundheitsminister Lucha hat bereits angekündigt, die Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Spahn umzusetzen und Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zu untersagen." Der Schulbetrieb an großen Gymnasien entspreche solchen Großveranstaltungen.

Schulschließungen würden mit Härten für alle Beteiligten, also für Schüler, Eltern und Lehrkräfte, verbunden sein, so der Verband: "Wir brauchen jetzt aber gesamtgesellschaftliche, solidarische Anstrengungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus. Der PhV-Landesvorstand hat deshalb nach einer langen und sehr intensiven Diskussion beschlossen, vom Kultusministerium die umgehende Schließung sämtlicher Schulen in Baden-Württemberg bis zu den Osterferien zu fordern und dies dem Kultusministerium schon gestern Nachmittag mitgeteilt."

Der PhV BW hofft, "dass diese Maßnahme einen großen Beitrag zur Eindämmung der Krankheitswelle leistet, sodass hoffentlich nach den Osterferien das Abitur in geordneten Bahnen durchgeführt werden kann."

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU)   wies die Forderung gegenüber Medien entschieden zurück: Sie hate es für unverantwortlich, dass der Philologenverband nun den Ausnahmezustand ausrufe.

Auch Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) widersprach der Forderung in einer Stellungnahme:

„Der Schulbetrieb stellt grundsätzlich keine Großveranstaltung dar, da der Aufenthalt in der Schule überwiegend in kleinen Gruppen stattfindet. Außerdem gibt es jetzt schon klare Vorgaben, wie sich Schüler, die sich in Risikogebieten aufgehalten hatten, zu verhalten haben", so Lucha.

In diesem Zusammenhang sei es bereits lageabhängig zu einzelnen Schulschließungen gekommen, bzw. wären einzelne Schüler dem Unterricht ferngeblieben: "In einer Schule ist es außerdem im Vergleich zu einer Großveranstaltung möglich, Infektionsketten nachzuverfolgen, da die Namen der Schüler bekannt sind", so der Gesundheitsminister.

Lucha sagte weiter: "Nach den bislang vorliegenden Informationen infizieren sich Kinder zwar mit SARS-CoV-2, sie erkranken aber eher selten." So würden in Baden-Württemberg aktuell weniger als 10 % der Fälle auf Kinder und Jugendliche entfallen.

"Insofern kann angenommen werden, dass Kinder bei der Übertragung des Virus allenfalls eine geringe Rolle spielen", resumierte Lucha:  "Bisherige epidemiologische Daten stützen diese Annahme. Selbstverständlich beobachten wir die Lage genau und werden auch in Zukunft lageorientiert entscheiden."

Anmerkung der Redaktion:

In einer früheren Version dieses Beitrages haben wir berichtet, dass der Landtag am 13.03.2020 zu einer Sondersitzung zusammen kommt. Nach jüngsten Informationen tritt nicht der Landtag, sondern der Ministerrat zu einer Sonderkabinettsitzung zusammen.

Jüngste Aktualisierung: 13.03.2020-10:35/-23:31

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