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Kultur pur - Was die Museen derzeit zu bieten haben

Wann waren Sie zuletzt im Museum? Und wissen Sie überhaupt, was in den zahlreichen Museen in der Region Neckar-Alb derzeit geboten ist? Zum Internationalen Museumstag, dem Tag, an dem auf die Vielfalt und Bedeutung der Kultureinrichtungen aufmerksam gemacht werden soll, haben wir ein buntes Potpourri an Eindrücken für Sie zusammengestellt.

"Schamlos", geradezu anrüchig scheint das, was den Besucher derzeit in der Balinger Zehntscheuer erwartet. Denn dort haben sich die Ausstellungsmacher einem "schlüpfrigen" Thema gewidmet: der Sexualmoral im Wandel der Zeit.

Früher nach dem Krieg, als die Männer aus dem Krieg zurückkamen sei es der Gesellschaft ein großes Anliegen gewesen, dass jeder seine Rolle habe, erklärt Museumsmanager Christopher Seng. Dadurch sei ein sehr prüdes, ganz klar geregeltes Gesellschaftsbild in den 50ern befördert worden, das besagte: Frauen am Herd und die Männer gehen Arbeiten. Doch das sei im Lauf der Zeit aufgebrochen worde, mit dem Highlight der 68er Bewegung.

Die Bilder eines Mannes, der das alles live miterleben durfte, sind in der frisch eröffneten Ausstellung "Strawalde. Hunger nach Bildern" im Kunstmuseum in Reutlingen zu sehen. Der neun-zehn-hundert-ein-und-dreißig geborene Künstler verarbeitet in seinen Werken, die Erlebnisse seiner Kindheit während des zweiten Weltkriegs.

Das ist etwas, was den Menschen prägt, weil Museumsleiterin Ina Dintre. Und es lasse einen Menschen auch dankbar werden für die kleinen Dinge und das merkd man eben auch in Strawaldes Kunst. Er spreche da selber immer wieder von den Millionen Zauberdingen.

Dabei macht sich der Künstler auch die Arbeiten seiner Kollegen zunutze – etwa in Form überarbeiteter alter Kunstpostkarten aus der DDR, die er – oft auf sehr humorvolle Art und Weise in "seine Werke" verwandelt.

Dasselbe macht auch das langjährige Tübinger Gemeinderatsmitglied Klaus Te Wildt. Er sammelt "Allerhand Sachen", die die Menschen einmal gebraucht, mittlerweile aber vergessen oder ausrangiert haben und verarbeitet sie zu einer ganz eigenen Art von Kunst. So verleiht te Wildt den scheinbar wertlos gewordenen Dingen ein zweites Leben und damit einen plötzlich ganz neuen Wert, den er jetzt erstmals auch mit der breiten Öffentlichkeit teilt. Denn ein Teil seiner ungewöhnlichen, über die letzten Jahrzehnte entstandenen Sammlung, ist im Foyer des Stadtmuseums Kornhaus in Tübingen zu sehen.

Und dann gibt es da ja noch ein ganz besonderes Museum im alten Gasthaus Schwanen in Haigerloch, dass sich eigentlich nicht so recht in Worte fassen lässt. Hier sprechen die Bilder und Szenerien schlicht für sich... Dabei hat sich dieses Mal ein ganz besonderer Gast unter Alraunes ohnehin schon illustre Runde gemischt.

Bisher habe Hitler sie eigentlich nicht so tangiert, erzählt Textilartistin Stefanie "Alraune" Siebert. Doch dann habe sie gedacht, wie Marlene Dietrich fertig war, dann muss jetzt Adolf Hitler eben auch noch mit dabei sein. Vor allem als Gegenspieler zu ihr.

Der verzweifelt seine Seele reinzuwaschen versucht... Ob ihm das wohl gelingt? Davon möge sich jeder selbst ein Bild machen – vielleicht in den kommenden Pfingstferien!? Die Museen der Region Neckar-Alb machen nämlich keinen Urlaub.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 15.05.22 - 14:35 Uhr   -   536 mal angesehen)

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