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Reutlingen / Tübingen

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Azubis immer gefragter

Die Zeiten, in denen Jugendarbeitslosigkeit ein Problem war, sind schon seit einigen Jahren vorbei. Wer heute einen Ausbildungsplatz sucht, der hat gute Chancen, eingestellt zu werden. Auf 100 Bewerberinnen und Bewerber kommen im Landkreis Tübingen 105 Ausbildungsplätze. Im Landkreis Reutlingen sind es sogar 111. Dennoch macht diese Entwicklung auch Sorgen - allerdings weniger bei den Jugendlichen sondern vielmehr bei den Unternehmen, die um ihren Nachwuchs fürchten.

Die Arbeitsagentur Reutlingen. Hier haben sich dieses Jahr rund 3000 junge Menschen für die Suche nach einem Ausbildungsplatz gemeldet. Nur 56 von ihnen gingen leer aus. Dafür wurden 450 Stellen nicht besetzt. Agenturleiter Wilhelm Schreyeck macht dafür zwei Entwicklungen verantwortlich: "Das liegt zum einen daran, dass die Unternehmen zum einen deutlich mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung stellen als noch vor Jahren und zum zweiten, dass relativ viele Menschen nicht unbedingt als erste Präferenz den Weg in die duale Ausbildung sehen sondern in einer weiterführende Schule.", so Schreyeck.
 
Vor allem das Studium, aber auch berufsbildende Schulen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Konsequenz: Viele Unternehmen in Industrie und Handel suchen händeringend nach Fachkräften. Die IHK Reutlingen meldet einen leichten Anstieg bei der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Allerdings konnten bei weitem nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden. Grund ist nicht nur die Quantität der Bewerber sondern auch die Qualität, so Petra Brenner.  "Wir haben die Unternehmen befragt, und doch fast die Hälfte sagt, sie bekommen keine geeigneten Bewerber. Es sind zwar Bewerber da, aber viele Bewerber haben doch Mängel in Deutsch und Mathematik", sagte Brenner.
 
Im Handwerk ist die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge leicht zurückgegangen. Allerdings sei der Ausbildungsmarkt im Kammerbezirk sehr stabil, so Karl-Heinz Goller von der Handwerkskammer Reutlingen.  Jahrelang hätte man einen Zuwachs gehabt, und da sei es klar gewesen, dass jetzt wieder ein leichter Rückgang herrsche, so Goller.
 
Aber auch im Handwerk wurden viele Lehrstellen nicht besetzt. Gerade kleine Handwerksbetriebe bekommen oft gar keine Bewerbungen mehr. Hier ist die starke Konkurrenz von weiterführenden Schulen und Industrie besonders spürbar.


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